Riege

Am Samstag, den 24. September 1951, um 20.00 Uhr, wurde die Männerriege Freienstein im Restaurant Wiesental gegründet. Das Protokoll der Gründerversammlung zeugt noch heute von Mut und Weitblick:


Liebe Veteranen und Turnfreunde!

Die Festlichkeiten der Einweihung unseres prächtigen Gemeindehauses liegen hinter uns. Wir Turner sind ganz besonders stolz darauf, dass die Gemeinde einen solchen Bau sein Eigen nennen darf. Wir können bei jeder Witterung unsere Turnstunden durchführen, denn wir haben ein schützendes Dach. Diesen Umständen entsprechend können wir endlich auch an eine Männerriege denken.

Es gilt die bereits im Jahre 1924 gegründete und nur mangels an Räumlichkeiten nicht mehr weitergeführte Männerriege wieder ins Leben zu rufen. Um sich in der Sache einmal auszusprechen, laden wir Sie auf nächsten Samstag, den 24. September 1951, abends 8 Uhr ins Restaurant Wiesental ein. Mit diesem Rundschreiben wurden die Veteranen und Turnerfreunde aufgefordert, an der Versammlung teilzunehmen.

8 1/4 Uhr wurde die Versammlung durch den Veteranen Freund Jakob Weiss eröffnet. Er hiess die Anwesenden herzlich willkommen. Anwesend war auch der Oberturner des TV, Jakob Meier. Er klärte die Versammlung mit einigen markanten Worten auf, über den Zweck der Männerriege. Als Stimmenzähler wurde Jakob Büchi und als Tagesaktuar Albert Schneider bestimmt. Anschliessend an den Oberturner meldete sich Gemeindepräsident Joh. Bänninger zu Wort. An seinen Worten, die er aussagte, ging hervor, dass er selbst grosses Interesse hatte an dem Zustandekommen einer Männerriege, was natürlich für die „jüngere Gilde“ einen Ansporn sein sollte; denn wo ein 1885 Jahrgänger dabei ist, sollten die Schnauzlosen nicht fehlen. Henri Ganz und Rud. Kaspar äusserten sich im gleichen Sinne.

Jakob Sauter spricht sich über das Lokal, das die Gemeinde Freienstein besitzt, sehr lobend aus, ebenso über den Zweck der Männerriege. Hans Häberling und Ernst Füllemann zeigen ebenso grosses Interesse an dem Zustandekommen der Riege. Selbst Emil Schenk, Turnveteran aus Embrach, gibt aufmunternde Worte für die Riege. Nachdem man nun sah, dass das Interesse gross ist, lässt der Obmann Jakob Weiss einen Bogen Papier zirkulieren für die Unterschriften, und nach kurzer Zeit liegen bereits 13 Unterschriften vor. Die Zahl 13, ist es ein gutes oder schlechtes Zeichen, wir hoffen das erstere. Mitglieder der Riege können werden, wenn sie Passivmitglieder sind beim TV oder Ehren- und Freimitglied.

Emil Schenk meldet sich weiter zum Wort. Er sagt aus, dass in der Männerriege in Embrach einen Jahresbeitrag von 2 Franken bestehe. Wilh. Weiss schlägt 3 Franken vor. Jakob Sauter schlägt 40 Rappen Monatsbeitrag vor und erläutert dann, dass dieser Beitrag nicht zu hoch sei, da am Anfang immer mit Anschaffungen zu rechnen sei. Anschliessend äussert sich Hans Häberling und schlägt 3 Franken (Versicherung extra) vor. Hierauf wird zur Abstimmung geschritten. Der Antrag von Hans Häberling wird einstimmig gutgeheissen. Da nun eine stattliche Anzahl von Unterschriften da sind und die verschiedenen Meinungen gefallen sind, kann nun zur Bildung des Vorstandes geschritten werden. Es wurden folgende Vorschläge gemacht und einstimmig gewählt:

Präsident:  Rudolf Kaspar
Kassier:    Hans Häberling
Aktuar:     Albert Schneider, Hagacker
Oberturner: Albert Schneider, Hinterweg

Oberturner Albert Schneider nimmt die Wahl mit einigen träfen Worten an. Als Turnstunde wird der Donnerstag festgesetzt.

9 Uhr 30 schliesst der Vorsitzende die mit vollem Erfolg durchgeführte Versammlung. Möge ein guter Stern leuchten über die neuen Gebäulichkeiten und über die neu entstandene Männerriege aus Turnvereins Freienstein.

Der Aktuar Albert Schneider


Mit dieser Gründungsversammlung wurde die Männerriege Freienstein aus der Taufe gehoben. Sie ist heute noch sehr aktiv, in der Gemeinde stark verwurzelt und als Riege des Turnvereins Freienstein nicht mehr wegzudenken. Seit über 50 Jahren beteiligt sich die Männerriege turnerisch an der Abendunterhaltung des Turnvereins Freienstein (Chränzli) und organisiert und führt traditionsgemäss seit 1962 die Wirtschaft. Daneben wurden seit der Gründung an einigen kantonalen und eidgenössischen Turnfesten mitgeturnt und verschiedene Schlussturnen besucht. Auch die Kameradschaft wurde gepflegt, was sich in unzähligen Nachtessen, Kegelabenden, Bocciaturnieren, Jassmeisterschaften, Turnfahrten und Männerriegenreisen niedergeschlagen hat. Seit 1987 beteiligt sich eine Faustballmannschaft der Männerriege Freienstein an der kantonalen Winterhallenmeisterschaft und hält sich, mit einigen Ausnahmen, verbissen in der 4. Liga.